IHK-Vorbereitung · Fachinformatiker Systemintegration
Aktueller Standard
Wi-Fi 7
IEEE 802.11be · bis 46 Gbit/s
Prüfungsrelevant
Wi-Fi 4–6
802.11n / ac / ax – häufig gefragt
Frequenzbänder
2,4 / 5 / 6 GHz
Je nach Generation verschieden
Prüfungstipp: Standard-Nummer ↔ Wi-Fi-Generation ↔ Frequenzband ↔ Maximalrate auswendig lernen.
| IEEE-Standard | Wi-Fi-Gen. | Jahr | Frequenzband | Max. Bruttodatenrate | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|---|
| 802.11 | – | 1997 | 2,4 GHz | 2 Mbit/s | Urstandard, historisch |
| 802.11b | – | 1999 | 2,4 GHz | 11 Mbit/s | DSSS, erste Verbreitung |
| 802.11a | – | 1999 | 5 GHz | 54 Mbit/s | OFDM, wenig verbreitet |
| 802.11g | – | 2003 | 2,4 GHz | 54 Mbit/s | OFDM auf 2,4 GHz; rückwärtskompatibel zu b |
| 802.11n | Wi-Fi 4 | 2009 | 2,4 + 5 GHz | 600 Mbit/s | MIMO (bis 4×4), Kanalbreite 40 MHz, dual-band |
| 802.11ac | Wi-Fi 5 | 2013 | 5 GHz | 6,9 Gbit/s | MU-MIMO, bis 160 MHz Kanalbreite, Beamforming |
| 802.11ax | Wi-Fi 6 | 2019 | 2,4 + 5 GHz | 9,6 Gbit/s | OFDMA, BSS Coloring, TWT (Target Wake Time) |
| 802.11ax | Wi-Fi 6E | 2021 | 2,4 + 5 + 6 GHz | 9,6 Gbit/s | Erweiterung um 6-GHz-Band (1.200 MHz neu) |
| 802.11be | Wi-Fi 7 | 2024 | 2,4 + 5 + 6 GHz | 46 Gbit/s | Multi-Link Operation (MLO), 320 MHz Kanäle |
🧠 Merkhilfe Reihenfolge: b · a · g · n(4) · ac(5) · ax(6) · be(7) – „Böse alte Geier nehmen alle Betten"
Mehrere Antennen senden und empfangen gleichzeitig auf demselben Kanal. Schreibweise: Sende-Antennen × Empfangs-Antennen (z.B. 2×2 MIMO).
🧠 MU-MIMO ab Wi-Fi 5 – vorher immer nur ein Gerät auf einmal (SU-MIMO)
| Verfahren | Beschreibung | Eingesetzt ab |
|---|---|---|
| DSSS | Direct Sequence Spread Spectrum – robust, niedrige Datenrate | 802.11b |
| OFDM | Orthogonal Frequency Division Multiplexing – viele Unterträger parallel, hohe Effizienz | 802.11a/g/n |
| OFDMA | Mehrere Nutzer teilen sich gleichzeitig die Unterträger (Resource Units); besser bei vielen Clients | Wi-Fi 6 (802.11ax) |
| QAM | Quadratur-Amplitudenmodulation – Bits pro Symbol: 64-QAM (6 Bit), 256-QAM (8 Bit), 1024-QAM (10 Bit) | Wi-Fi 4–7 |
Breitere Kanäle = mehr Datenrate, aber mehr Interferenz und weniger überlappungsfreie Kanäle.
🧠 Prüfungstipp: Im 2,4-GHz-Band gibt es nur 3 überlappungsfreie 20-MHz-Kanäle (1, 6, 11). 40-MHz-Kanäle dort sind daher problematisch!
2,4 GHz
Höhere Reichweite, bessere Wanddurchdringung. Aber stark überlastet (Mikrowellen, Bluetooth, Nachbarn). Nur 3 überlappungsfreie Kanäle (1, 6, 11) bei 20 MHz. Max. Kanäle gesamt: 13 (DE).
802.11b/g/n/ax Reichweite: gut Störanfällig: hoch 3 nicht-überlappende Kanäle5 GHz
Weniger Überlastung, höhere Datenraten. Geringere Reichweite und schlechtere Gebäudedurchdringung. Viele Kanäle, teilweise DFS-pflichtig (Radarerkennung). In DE bis zu 19 nicht-überlappende 20-MHz-Kanäle.
802.11a/n/ac/ax Reichweite: mittel DFS-Kanäle (52–140) Bis 19 nicht-überl. Kanäle6 GHz (neu seit Wi-Fi 6E)
Seit 2021 in DE freigegeben. Kaum Störquellen, kein DFS, riesiger Frequenzbereich (5.925–7.125 MHz = 1.200 MHz). Ideal für hochauflösende Medien, VR, AR. Kürzere Reichweite.
802.11ax (Wi-Fi 6E) / be (Wi-Fi 7) Kein DFS nötig Reichweite: gering Bis 59 nicht-überl. Kanäle (20 MHz)Blau = nicht-überlappend (empfohlen). Die anderen Kanäle überlappen mit den Nachbarkanälen.
🧠 Goldene Regel 2,4 GHz: Nachbar-APs immer auf Kanal 1, 6 oder 11 setzen – kein Überlapp, keine Co-Channel-Interferenz!
Kanäle 52–140 im 5-GHz-Band teilen sich Frequenzen mit militärischem/zivilem Radar. Access Points müssen dort DFS implementieren:
Blau = DFS-frei · Gelb = DFS-pflichtig
| Band | Innen (typisch) | Außen (typisch) | Dämpfung durch Wände |
|---|---|---|---|
| 2,4 GHz | 30–50 m | 100–150 m | gering (gut) |
| 5 GHz | 15–30 m | 50–100 m | mittel |
| 6 GHz | 10–20 m | bis 50 m | hoch (schlecht) |
Einflussfaktoren auf die Signalqualität:
WEP – Wired Equivalent Privacy (1997)
RC4-Verschlüsselung mit 40- oder 104-Bit-Schlüssel. Statischer Schlüssel + kurzer IV (24 Bit) → In Minuten knackbar. Nicht mehr verwenden! Seit 2004 offiziell deprecated.
RC4IV: 24 BitGEBROCHENWPA – Wi-Fi Protected Access (2003)
Übergangslösung. TKIP (Temporal Key Integrity Protocol) – Schlüssel wird pro Paket gewechselt. Weiterhin RC4-Basis. Bekannte Schwachstellen. Veraltet, nicht mehr empfohlen.
TKIPRC4-BasisVERALTETWPA2 – Wi-Fi Protected Access 2 (2004)
Basis: AES (Advanced Encryption Standard) mit CCMP. Deutlich sicherer als Vorgänger. Zwei Modi:
WPA3 – Wi-Fi Protected Access 3 (2018)
Aktueller Standard. Löst bekannte WPA2-Probleme:
🧠 Reihenfolge: WEP (kaputt) → WPA/TKIP (veraltet) → WPA2/AES (ok) → WPA3/SAE (aktuell best practice)
Wird in WPA2/WPA3-Enterprise eingesetzt. Drei Rollen:
Protokoll: EAP (Extensible Authentication Protocol) in verschiedenen Varianten:
| EAP-Variante | Beschreibung |
|---|---|
| EAP-TLS | Gegenseitige Zertifikatsauthentifizierung – sicherste Variante |
| PEAP | Tunnel via TLS; Nutzer authentifiziert sich mit User/Passwort darin |
| EAP-TTLS | Ähnlich wie PEAP; unterstützt mehr innere Protokolle |
| Angriff | Beschreibung | Gegenmaßnahme |
|---|---|---|
| Evil Twin / Rogue AP | Gefälschter AP mit gleichem SSID – Nutzer verbinden sich und werden abgehört | 802.1X, WIDS, VPN |
| KRACK | Key Reinstallation Attack – Angriff auf WPA2-Handshake (2017) | WPA3 oder Patches einspielen |
| Deauth-Angriff | Gefälschte Deauthentication-Frames trennen Clients vom Netz (DoS) | 802.11w (Management Frame Protection) |
| PMKID-Angriff | Offline-Brute-Force ohne Handshake möglich (WPA2) | Starkes Passwort, WPA3 |
| War Driving | Scanning offener WLANs vom Auto aus | WPA2/WPA3, kein offenes WLAN |
Infrastructure Mode (BSS)
Normalfall: Clients verbinden sich über einen Access Point (AP). Der AP bildet ein Basic Service Set (BSS). BSSID = MAC des AP.
Extended Service Set (ESS)
Mehrere APs mit gleichem SSID bilden ein ESS. Clients roamen nahtlos zwischen APs. Basis für Unternehmensnetzwerke.
Ad-hoc Mode (IBSS)
Direkte Verbindung zwischen Clients ohne AP. Independent BSS. Einfache Dateiübertragung, kein Internet ohne separaten Router.
Repeater / Bridge / Mesh
Repeater: Verstärkt Signal (halbe Bandbreite!). Bridge: Verbindet zwei Netze per WLAN. Mesh: Mehrere APs bilden selbstkonfigurierendes Netz.
Wenn ein Client von einem AP zum nächsten wechselt (Roaming), muss die Verbindung aufrechterhalten werden:
🧠 Merkhilfe 802.11k/r/v: „Kenne Route, Verwalte" – k = kennen (Nachbarn), r = route (schnell wechseln), v = verwalten (AP-Empfehlung)
WLAN nutzt CSMA/CA (Carrier Sense Multiple Access / Collision Avoidance) – im Gegensatz zu Ethernet (CSMA/CD).
🧠 CA ≠ CD: WLAN vermeidet Kollisionen (Avoidance), Ethernet erkennt sie (Detection) – Kollisionen im WLAN nicht direkt erkennbar!
| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| SSID | Service Set Identifier – Name des WLANs (max. 32 Zeichen) |
| BSSID | MAC-Adresse des Access Points |
| AP | Access Point – WLAN-Basisstation |
| BSS | Basic Service Set – ein AP + alle verbundenen Clients |
| ESS | Extended Service Set – mehrere APs mit gleichem SSID |
| DS | Distribution System – Backbone-Netz (meist Ethernet) zwischen APs |
| Beacon Frame | Regelmäßige Aussendung des APs zur Ankündigung des WLANs (inkl. SSID, Fähigkeiten) |
| Hidden SSID | SSID wird nicht im Beacon gesendet; kein echter Sicherheitsgewinn |
| WPS | Wi-Fi Protected Setup – vereinfachtes Einrichten; bekannte Sicherheitslücken (PIN-Brute-Force) → deaktivieren! |
| PoE | Power over Ethernet – AP-Stromversorgung über Netzwerkkabel (IEEE 802.3af/at/bt) |
| WLAN-Controller | Zentrales Verwaltungsgerät für mehrere APs (Thin-AP-Konzept) |
Fortschritt
0 von 8 beantwortet
1. Welcher IEEE-Standard entspricht Wi-Fi 5?
2. Wie viele überlappungsfreie 20-MHz-Kanäle gibt es im 2,4-GHz-Band in Deutschland?
3. Welches Verschlüsselungsverfahren nutzt WPA2?
4. Was beschreibt das „Maximumprinzip" bei der WLAN-Kanalplanung NICHT korrekt?
5. Was ist DFS (Dynamic Frequency Selection)?
6. Welche Aussage zu CSMA/CA ist korrekt?
7. Welche Neuerung bringt WPA3 gegenüber WPA2-Personal?
8. Ein AP sendet regelmäßig einen Frame aus, der SSID, unterstützte Datenraten und Sicherheitsfähigkeiten enthält. Wie nennt sich dieser Frame?